Der Tod von Satnam Singh ist ein verzweifelter Appell, Ausbeutung und Gewalt in der europäischen Landwirtschaft zu beenden

EFFAT-Resolution, wie von der EFFAT-Generalversammlung für Landwirtschaft angenommen

3 Juli 2024

Der jüngste Tod von Satnam Singh, einem 31-jährigen indischen Landarbeiter, der in der italienischen Provinz Latina arbeitete, ist eine inakzeptable Tragödie, die nicht als Unfall bezeichnet werden kann.

Die Vorstellung, dass Profit vor Arbeitnehmerrechten und Menschenleben steht, ist eine traurige Realität im Agrarsektor.

Es zeigt, dass das Produktionsmodell in der Landwirtschaft die Ausbeutung des Menschen beinhaltet und Tragödien nicht ausschließt.

Was Satnam Singh widerfuhr, ist kein Einzelfall. Ähnliche Tragödien ereignen sich in ganz Europa. Letztes Jahr erfuhren wir vom Tod von sechs Saisonarbeitern in der Champagne (Frankreich), dieses Jahr ereignete sich ein weiterer Vorfall in Latina.

Satnams Tod war brutal: Er wurde mit seinem abgetrennten Arm in einer Obstkiste zurückgelassen und dem Tod unter unmenschlichen Bedingungen vor seinem Wohnsitz überlassen.

EFFAT ist schockiert über die Gewalt dieses Todes und bereitet sich darauf vor, den Kampf für ein nachhaltiges, gerechtes und faires Agrarsystem anzuführen, das das Leben und die Würde der Arbeitnehmer in diesem Sektor respektiert.

EFFAT fordert die EU-Institutionen und nationalen Regierungen dringend auf, auf den Appell der Agrargewerkschaften und ihrer Mitglieder in ganz Europa zu hören, der mittlerweile zu einer Frage von Leben und Tod geworden ist.

Die Einführung der sozialen Konditionalität in die GAP ist einer der wichtigsten Erfolge von EFFAT. Es ist dringend erforderlich, dass die EU-Institutionen und die nationalen Regierungen den Rechtsrahmen für die soziale Konditionalität durchsetzen, stärken und umsetzen. Wir können nicht akzeptieren, dass das Unternehmen, in dem Satnam Singh arbeitete, sowohl europäische öffentliche Mittel als auch nationale Mittel erhielt.

Wir fordern Unterstützung EFFAT fordert die Gemeinsame Agrarpolitik für die arbeitende Bevölkerung gerechter zu gestalten. Die GAP konzentriert sich heute zu stark auf Produktivität und Preise und kaum auf die Lebensbedingungen der 10 Millionen Landarbeiter in Europa.

Unsere Forderungen werden auch in den kommenden Jahren eine strategische Priorität für EFFAT bleiben, denn es ist unser Ruf nach einer EU-Richtlinie das die Arbeitsvermittlung regelt und faire Arbeitsbedingungen in allen Subunternehmerketten garantiert; ein verbindlicher Text, der zudem die Häufigkeit und Wirksamkeit von Arbeitsinspektionen erhöht, insbesondere in betrugsanfälligen Sektoren wie der Landwirtschaft.

Der Tod von Satnam Singh und die erbärmlichen Bedingungen, denen Millionen von Landarbeitern in Europa noch immer ausgesetzt sind, sind ein Weckruf für die nationalen Regierungen und die EU-Institutionen, insbesondere im gegenwärtigen Kontext des intensiven Dialogs über die Zukunft des europäischen Agrarsektors.

Ohne menschenwürdige Arbeit gibt es KEIN nachhaltiges Landwirtschaftsmodell.

EFFAT-Resolution – Endgültig